Brief von KuddelAbschrift des Briefes, den der kleine Kuddel Daddeldu (Erstgeborener von Tequila und dem Spoddele) wenige Tage nach seiner allzu frühen Geburt an die Freunde schickte:

Hallo Leute, ich habe es nicht mehr ausgehalten:

am Montag, 5. Februar um 12.45 Uhr hatte ich endgültig die Nase voll und bin aus meiner Mama rausgekommen. Das hätte ich mal lieber bleiben lassen und noch die vorgesehenen drei Wochen gewartet!!

Auf Eurer komischen Welt ist es saukalt und ich bin in so weißem, eisigem Zeug gelandet. Bis mich dann mal jemand von Euch Menschen trockengerieben hat, das hat vielleicht gedauert. Denn meine Alte hatte zuerst ja gar kein Interesse am mir. Das hat sich aber schnell geändert, als ich erst mal sprechen konnte. Und das dämliche Aufstehen! Das war vielleicht schwierig. Ich hab' drei Stunden gebraucht, bis ich die langen Beine sortieren konnte. Und dann habe ich die dusseligen Dinger von der Milchbar nicht gefunden. Deshalb haben die Menschen mir auch den seltsamen Namen gegeben. Die meinten, ich stelle mich selten doof an.

Als es gar nicht klappen wollte, haben sie mir einen Schlauch in die Nase geschoben und das Zeug einfach in mich reinlaufen lassen. Behaupten, diese Kolossal-Milch oder wie das heißen soll, brauche ich unbedingt. Diese Zweibeiner sind schon komisch. Manchen gefalle ich richtig gut, aber Marek, die sagen, er kommt aus Polen - was immer das sein mag - meinte: "Nix Ferd - Kalbche!" Das war bestimmt ne Beleidigung.

Na ja, ich bin ja auch ganz schön bunt. Kopf und Hals und ein paar große Flecken sind dunkel, der Rest ist allerdings weiß geblieben. Vielleicht hätte ich doch noch warten sollen. Das wärs vielleicht mehr geworden. Man sagt, ich hätte den Kopf und die Beine von Mama, die etwas schräge Kruppe und die Farbe vom Papa. Na, man wird sehen.

In meinem Flüssigfutter aus der Milchbar fehlen angeblich ein paar Dinge, die ich brauche, damit ich nicht krank werde. Und hier im Stall sollen Viren und Bakterien herumlaufen, die kleine Pferde sterben lassen können. Ich habe bisher noch keine gesehen. Jedenfalls haben die mir gestern Blut abgenommen, um es zu untersuchen. Ich hab mich gewehrt, so gut es ging, aber es hat alles nix geholfen. Heute kamen die schon wieder. Da ist ein weiblicher Mensch dabei, der so eigenartig riecht. Die kann ich gar nicht leiden. Auch diesmal hat sie mir wieder eine ganz dicke Nadel in den Hals gebohrt und drei Liter Blut vom Pedro reinlaufen lassen.

Das ist der Nachbar und Spielgefährte von meinem Papa. Sein Kopf ist fast so groß wie ich. Ob meiner auch mal so wird? Die Menschen sagen, da brauche ich keine Angst zu haben. Damit mir nicht immer so kalt ist, haben die mir einen lila Pullover angezogen. Mit Knopfleiste. Ich genier mich ein bisschen, aber es ist echt viel wärmer so. Draußen sind angeblich -8°C. Wisst Ihr, was das ist. Kann man das essen?

Inzwischen kann ich ganz gut mit der Milchbar umgehen und hinlegen kann ich mich auch schon alleine. Am ersten Tag mussten die mir immer dabei helfen. Ich fühle mich eigentlichganz fit. Sogar galoppieren kann ich schon. Aber Menschen haben halt immer Angst. Da gibt es noch so einen Mann-Menschen mit ganz viel Haaren im Gesicht. De hat angeblich gar nix mit Pferden zu tun haben wollen. Aber jetzt kommt er jeden Tag zweimal, um meinen Pullover zu wechseln und meiner Mama so rote Stöcke ins Maul zu schieben. Der ist ganz nett. Hätt ich gar nicht gedacht.

In diesem Sinne Euer Kuddel Daddeldu

(eingesandt von Tequila)

Wenn ihr mehr von "Spoddele" dem Vater von Kuddel erfahren möchtet, schaut doch mal hier vorbei:

"Die Pferde von RedRocks"