Das Horseteam auf Reisen... Gestütsbesuch beim Gestüt Etzean im Odenwald Wir haben Dashing Blade gestreichelt…….oder...... ein Gestüt im Odenwald
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...Galopper...?? ..im Oderwald ??? Gestüt ??? Schon Tausende gesehen...
das waren meine Gedanken als wir im Rahmen des Chattertreffens und stattfindender Mitgliederversammlung im September dieses Jahres zu dieser Rahmenveranstaltung aufbrachen . . . soweit Louis, während mir (TH) Bilder von durchgeknallten Vollblütern durch den Kopf schossen. Unser allseits bekannter "Horst" Holger Schmeling, Gestütsleiter des Gestüts Karlshof, hatte seine Beziehungen spielen lassen und uns diesen Termin auf Gestüt Etzean möglich gemacht. Was wir dann dort zu sehen bekamen war echt beeindruckend.
Freundlich wurden wir von dem dortigen Gestütsleiter Gerhard Kredel begrüßt, der uns dann auch gleich den Star der Anlage vorstellte : Dashing Blade...Champion der Deckhengste 1998, Champion der Väter der zweijährigen 1995 und 1996, Vize-Champion der Deckhengste 2001 und 2003 in Deutschland.
Zu unserer aller Überraschung stand dieser völlig gelassen zusammen mit einer Stute als Weidekameradin auf der Koppel. Bei dem zweiten Deckhengst des Gestüts "Sholokhov " das gleiche Bild...
Auf Gestüt Etzean ist es halt anders als woanders, wie wir im weiteren Verlauf noch mehrfach feststellen sollten.
Die Aufzucht der Pferde so naturnah und gesund wie nur möglich zu gestalten hat sich das Gestüt Etzean auf die Brust geschrieben. 120 Hektar Gestütsfläche im südlichen ( und an diesem Tag sonnigen ) Odenwald , fernab von jeglicher Zivilisation, sind da wohl die besten Vorraussetzungen. 10 Mitarbeiter kümmern sich dort um derzeit ca. 150 Pferden, davon 60 Mutterstuten.
Die Aufzucht der Jungtiere erfolgt ganzjährig im Freien. Zur Zeit leben alle Pferde rund um die Uhr auf den großzügigen Weiden in kleineren Herdenverbänden.
Nur die Jährlinge, die in Kürze auf einer Auktion vorgestellt werden sollen, stehen einzeln - allerdings mit Blickkontakt zu anderen Pferden - auf den Weiden. Dies, damit sie sich keine Verletzungen zufügen, denn auch kleine Schrammen können, wie uns Herr Kredel erklärt, den Kaufpreis direkt um mehrere Tausend €uro senken (mir schießt durch den Kopf, dass meine Puffy, die mit 25 Kumpels auf der Weide lebt und so auch aussieht, zur Zeit wohl keinen Pfifferling wert wäre)
. . . Überhaupt €uros . . . So ganz nebenbei wies uns der Gestütsleiter auf einen Jährling hin, der bei der letzten Auktion für 150.000€ verkauft worden sei. Ganz begeistert waren wir, als wir zu den diesjährigen Fohlen kamen. Auch sie stehen im Herdenverband auf der Weide.
Aktuell findet gerade die Trennung von Mutterstuten und Fohlen statt. Dabei werden Tag für Tag ein oder zwei Stuten von der Herde getrennt, bis auch das letzte Fohlen entwöhnt ist. Durch solch ein behutsames Vorgehen entsteht bei den Fohlen weniger Unruhe, als wenn alle Fohlen auf einmal von ihren Müttern getrennt werden. Spannend war auch eine Versuchsanordnung, in der die Mistverwertung mit Hilfe unzähliger Regenwürmer erprobt wird. Hier hätte sicher Heidjer (die "alten HT'ler erinnern sich) seine helle Freude gehabt.
Eine der nächsten Koppeln beherbergte dann Fleckvieh, das im Gestüt im Wechsel mit den Pferden auf die Weiden gelassen wird, um deren Qualität zu erhalten.
Wir näherten uns sodann wieder dem Gebäudekomplex des Gestüts. Neben den Weiden stehen den Pferden hier noch zusätzlich 120 großzügige Boxen zur Verfügung, die sich in hellen und luftigen Stallanlagen befinden. Zum behutsamen Training und Muskelaufbau gibt es eine Führanlage und ein Laufband. Besonders letzteres wurde von uns bestaunt.
Wir ließen uns die verschiedenen Einstellmöglichkeiten und die Sicherungen (damit die Pferde sich nicht verletzen) erläutern und staunten, weil die Pferde hier nicht nur verschiedene Tempi, bis hin zum Renngalopp trainieren können, sondern sogar bergauf. Herr Kredel schaltete für uns das Laufband ein, und wir waren beeindruckt sowohl vom Lärm, als auch vom Tempo des Bandes. Eigentlich fehlt nur noch eine Videowand, die z.B. eine Rennbahn simuliert, um die Pferde optimal auf ihre Rennkarriere vorzubereiten. Primelchen dachte sogar darüber nach, ob so ein Laufband nicht auch eine prima Sache für ihre Mandy wäre. .
Überrascht waren wir dann allerdings das dass Gestüt teilweise nach Pat Parelli arbeitet. Zwei Mitarbeiterinnen werden regelmäßig in dieser Methode geschult. Besonders im Bereich des Verladens, aber auch des Einreitens wird nach dieser Methode gearbeitet. 16 Jährlinge die noch nie einen Transporter von innen gesehen haben in 20 Minuten zu verladen ? ...lt. Herrn Kredel kein Problem, wenn im Vorfeld nach Pat Parelli trainiert wurde.
Fazit: Ein lohnenswerter Ausflug. Der Gestütsleiter Gerhard Kredel beantworte geduldig und freundlich alle unsere Fragen und erzählte den einen oder anderen Schwank aus seinem Leben. Die Anlage ist sehr gepflegt und Pferde und Koppeln soweit das Auge reicht. Man muss es einfach gesehen haben und wer nicht dabei war hat echt etwas verpasst. Hier haben es Pferde wirklich gut...und das im Odenwald. ;-)
Weitere Infos zum Gestüt:
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Text: Taunushexe & Louis
Fotos: Gestüt Etzean