Pedro erkundet die weite Welt oder ... Ein Lama in KanadaEin Bericht von Pedro, alias Friederike


Nachdem ich im März die Schule erfolgreich mit dem Abitur abgeschlossen hatte,

wollte ich unbedingt........

etwas Neues erleben. Ich hörte vor 2 Jahren schon von einer Freundin von einer Familie in Kanada, die junge Leute auf ihre Farm mit 350 Pferden als Stallgehilfen ( Working Students) aufnimmt. Sie war super begeistert von ihrem Aufenthalt und so beschloss ich, dass auch ich das Unternehmen "Kanada" wagen wollte.



Im Mai wurde der Flug gebucht. Los gehen sollte es am 20. Juni und der Rückflug war auf den 20. November gebucht. Ich war sehr aufgeregt und studierte fast täglich die Homepage, um ein paar Pferdenamen zu kennen, wenn ich dort ankommen würde.

Dann endlich war der große Tag gekommen......

...mit einem tränenreichen Abschied ging es auf in Richtung große weite Welt. Leider hatte der Flug in München Verspätung und so verpasste ich den Weiterflug in Toronto. Die erste große Probe, mit noch sehr schüchternem Schulenglisch in einem fremden Land. Ich bekam den nächsten Flieger in Richtung London/Ontario, allerdings war dort dann niemand, um mich abzuholen und ich wartete 4 Stunden, bis ich schlussendlich ein Taxi zur Farm nahm. Ich hatte großes Glück. Der Taxifahrer war ein Deutscher und ich unterhielt mich sehr nett mit ihm.

Auf der Farm angekommen, lernte ich die anderen Working Students kennen und auch die Familie nahm mich nett auf. Ich wurde noch über die Farm geführt und mir wurde der Tagesablauf erklärt- Ich fiel dann aber auch schnell müde und kaputt ins Bett.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker schon um 6.30 Uhr.....

ich war noch ziemlich müde, hatte Probleme mit der Zeitumstellung und war eigentlich nur noch überwältigt von meinen Erlebnissen.

Zunächst wurde die Pensionspferde, die Stuten mit den jüngsten Fohlen (die kamen immer über Nacht rein, die anderen blieben draußen), die trächtigen Stuten und die restlichen im hinteren Stall befindlichen Pferde raus gebracht und die Zuchtstuten ohne Fohlen zum Fressen wieder hereingeholt. Während diese fraßen wurden dann immer welche zum "thiesing" geführt, wo ein Hengst sie beschnuppert und geschaut wird, ob sie rossig sind. Anschließend wurde dann noch gegebenenfalls gedeckt, was für mich auch zuerst ein Highlight war, da ich noch nie live bei so etwas dabei war. Nun sollte ich sogar die Stute und später den Hengst festhalten beim decken.

..........auch Misten gehört dazu.........

Nachdem dann alle Pferde wieder raus gebracht wurden, gab es Frühstück und anschließend wurden die Ställe ausgemistet. Danach, meist gegen 13 Uhr hatten wir Mittagspause und gegen 14 Uhr wurde dann mit den 30 3jährigen gestartet. Einen Tag ritten wir die Wallache, einen Tag die Stuten. Montags war Freispringtag. Ich hatte sehr viel Freude am anreiten der jungen Pferde und dort wurde es komplett anders gehandhabt als hierzulande, wenn man nur 1 Pferd hat. Es war sehr toll die Entwicklung der Pferde zu beobachten und ich habe eine Menge von ihnen gelernt. Angefangen mit nur am Halfter ohne Sattel drauf sitzen bis hin zum Vorspringen für Kunden habe ich alles miterlebt (ich war also zur besten Zeit dort). Danach hatten wir oft noch eine Reitstunde bei einem der Familienmitglieder, oder wenn keine Zeit mehr war, wurde mit dem Abendstall begonnen. Das heißt, alle Pferde, die man morgens rausgebracht hatte, wieder reinholen und füttern.

Die 3-jährigen wurden draussen gefüttert, da sie dort auch das ganze Jahr über stehen. Nach dem Abendstall war dann Freizeit, die sich jeder gestalten konnte, wie er wollte.
Wenn man nett gefragt hat, konnte man eine Springstunde bei Sven (der übrigens Grand Prix reitet) ergattern oder so einfach nur nichts tun.


KNUUUUTSCH !!!

Ja, das war im groben der Tagesablauf, welcher sich allerdings mit der Teit ein wenig verändert hat, da die Decksaison bei uns ende August vorbei war und wir immer weniger Working Students wurden. Zum Ende waren wir nur noch zu dritt. Mike aus der Schweiz, der schon seit 4 Jahren immer dort hin kommt und über den Winter mit zur Farm nach Florida geht und Danny, der aus den USA kommt und für 4 Jahre auf der Farm leben möchte. Somit hatten wir mehr zu tun mit den jungen Pferden und bekamen weniger Reitstunden auf den älteren Pferden. Außerdem mussten wir die ganzen Jährlinge und 2 jährigen von der "anderen Farm" (sie besitzen noch eine zweite Farm in Kanada, wo alle Zuchtstuten, Trächtigen und jungen Pferde über den Winter, bzw. die Fohlen die nächsten 2 Jahre hinkommen) einfangen und zur Farm bringen. Dann musste die Farm winterfest gemacht werden und einige Zäune repariert werden. Dann ab und an hatten wir ein paar Kunden, für die wir dann die 3 jährigen vorreiten mussten, was immer wieder spannend war, denn normalerweise ließen wir sie vor dem reiten laufen, dafür war aber immer keine zeit, wenn Kunden da waren, somit konnte es schon, mal passieren, dass einer der Jungen buckelte.

Nun ja, das ist nur ein gaaaanz kleiner Einblick, in meine tollen und lehrreichen 5 Monate in Kanada, denn um alles aufzuschreiben ist doch zu viel passiert. Aber ich erzähle sehr gerne dem einen oder anderen...wenn er lieb fragt... noch ein paar Einzelheiten.

Ein paar Stichworte könnten sein: Foal Inspection, Le Andro, Videodreh, Models, Turnier, Summer Camp....

Ich würde auf jeden Fall immer wieder dort hin gehen......

denn auch wenn es schon ganz schöne Ausnutzerei war, hat es mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe wirklich eine ganze Menge gelernt.
Im nächsten Jahr würde ich gerne mit nach Florida gehen, denn dort kann man nochmal mehr lernen, da man mehr reitet und viel mehr mit den Kunden arbeitet und jede Menge interessante Menschen kennen lernen kann.

Wenn es euch interessiert, hier die Adresse der Homepage www.ewsz.com . Jedes Pferd hat Fotos und die jungen fast alle ein tolles Video, welches uns viel Arbeit und Mühe gekostet hat...


Grüße Pedrolinchen




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