Taunushexe auf Wanderschaft

Samstag, 23.06.2007
In den letzten Jahren ging ich im Sommer regelmäßig einige Tage mit Freunden auf Wanderritt. Dieses Jahr jedoch zeichnete sich frühzeitig ab, dass es meinen MitreiterInnen entweder an Zeit oder am notwendigen finanziellen Budget mangeln würde.
Da stieß ich in der Freizeit im Sattel durch den Hunsrück führen sollte. Das war fast bei mir um die Ecke und bedeutete nur eine kurze Anreise, was mir entgegen kam, da ich keine geübte Hängerfahrerin bin.
Am 23.06. sollte es losgehen. Im Vorfeld packte ich mindestens 25mal meine Tasche um, sortierte notwendiges von Nicht-so-Notwendigem, da die Veranstalter uns baten, mit dem Gepäck sparsam zu sein. Ebenso inspizierte und kontrollierte ich mit kritischem Blick Packtaschen und andere" Pferde-Utensilien", rief jeden Tag den Wetterbericht ab -um danach noch einmal umzupacken, je nachdem, ob warmes oder kaltes, nasses oder trockenes Wetter gemeldet wurde.
Dann kam endlich der Abreisetag. Ich total aufgeregt, sollte es doch das 1.mal sein, dass ich alleine mit Puffy auf die Reise gehen sollte. Meine Freundin Charly kam morgens um mich (moralisch) zu unterstützen. Puffy ging anstandslos auf den Hänger und klopfenden Herzen fuhr ich los.
Die Fahrt bis zum Start-Ort des siebentägigen Wanderrittes verlief problemlos und so trudelte ich am frühen Nachmittag in den "Pyrmonter Höfen" ein. Hier stauten sich bereits einige andere Hänger samt Zugfahrzeuge im Hof und mein erster Eindruck war: ein sympathisches Chaos. Erleichtert, die erste Hürde geschafft zu haben, stieg ich mit leicht weichen Knien aus und wurde direkt von den Organisatoren des Rittes Jenny K., Sabine H. und Robert C. willkommen geheißen. Zur Begrüßung gab es einen Sekt - und ich ahnte, dass es eine schöne Woche werden würde ....
Ich brachte Puffy, die die Reise gut überstanden hatte und sich neugierig umschaute, in einem Paddock unter und versorgte sie. Anschließend sollte ich meinen Hänger vom Hof fahren - und prompt "verrangierte" ich mich so sehr, dass wir den Hänger abhängen, per Hand drehen und wieder anhängen mussten. Bei dem Manöver verabschiedete sich mein Bremsseil und Jenny K. war die nächsten Tage damit beschäftigt, mir einen Ersatz zu besorgen.
Nach und nach kamen alle Teilnehmer an, die letzten, die aus dem Elsass anreisten, am sehr späten Nachmittag. Insgesamt waren wir 11 Frauen und drei Männer, hinzu kamen Sabine und Robert, die den Ritt als Rittführer begleiten würden und Jenny, die das Tross- und Gepäckfahrzeug fahren würde. Bei den Pferden waren zahlreiche Rassen vertreten: Araber, Quarter, Appaloasa, Isländer, deutsches Reitpony, Warmblut, Friese, ein Maultier und natürlich meine Paintstute Puffy. Nach und nach wurden alle Pferde von Robert kritisch auf ihre Wanderritttauglichkeit (Sattel- und Gurtlage, Lahmfreiheit....) begutachtet. Alle Pferde passierten den Check problemlos.
An diesem 1.Tag mussten noch die Zugfahrzeuge samt Hänger zum Zielort in die Eifel gefahren werden. Hier konnte ich mich ausklinken, da Sabine H. meinen Hänger übernahm, um den anderen den Weg zu zeigen. Ich hatte währenddessen Gelegenheit, mein heuteiges Nachtquartier in Augenschein zu nehmen: ein gemütlichen Blockhaus, in dem ich mit zwei MitreiterInnen untergebracht war.
Noch vor dem Abendessen kam dann die Idee auf, einen Erkundungsritt zu machen. Robert erklärte sich bereit, die kleine Gruppe anzuführen. Rasch putzten und sattelten wir die Pferde. Wir beritten ein kleines Stück der morgigen Wegstrecke. Puffy bewältigte den kleinen Ausflug im fleißigem Schritt und völlig unaufgeregt, durchquerte munter einen Bach und verhielt sich wie ein altgedientes Wanderreitpferd.
Beim späteren gemeinsamen Abendessen war dann Zeit für ein erstes Kennen lernen bei Bier und Wein, wobei sich der Eindruck verfestigte, dass es eine sehr schöne Woche werden würde.


Ein Ausführlicher Bericht zu diesem Abenteuer ist in der September 07 Ausgabe der "Freizeit im Sattel" nachzulesen. Hier ein Ausschnitt:

"Bei Regen und Sturm genossen 16 Wanderreiter/innen intensive Natur-Erlebnisse von Eifel und Hunsrück. Das Finale: Luxus auf der Burg. von Robert Claus

Kalter Regen, heftige Windböen und intensive Naturerlebnisse waren die Begleiter der fs-Spur 2007. Die Eifel-Hunsrück Region zeigte sich sieben Tage lang von ihrer rauen Seite und verlangte den 16 Teilnehmer/innen besonderes Durchhaltevermögen ab. Aber mächtige Fliehburgen auf Gipfelplateaus, verwunschene Mühlen und verträumte Ortschaften, wildromantische Täler sowie eine herrliche Aussicht über die gesamte Region entschädigten für etliche nasse Stunden."

Freizeit im Sattel