Trakehnergestüt HörsteinEs war einmal ein Traum... ein Bericht von Magda Ratajska

Mit einem Jugendtraum fing alles an... Mit einem erfolgreichen Trakehner-Gestüt wurde der Traum zur Realität.

Vor über 40 Jahren nahm alles seinen Lauf, als der Baufachmann Adam Dreßler auf einem einfachen Weinberg ein Gestüt wachsen ließ. Auf dem Königsberg gelegen, thront nun ein Schmuckstück unter den modernen Gestüten. Dazu zählen ca. 30 ha Weiden, 3 Sandplätze, eine Reithalle (20 m x 40 m), ein Stutenstall mit 14 Boxen, ein Hengststall mit 6 Boxen, 7 Laufställe, 50 Boxen für Fremdpferde, 2 Labore, 1 Untersuchungsraum und ein Absamungsraum.

Die Schönheit, Natürlichkeit und Zweckmäßigkeit des Gestüts machen es zu einem besonderen Zuhause für eine besondere Pferderasse. Zurzeit zählen zum Pferdebestand 7 Trakehner Deckhengste, 1 Vollbluthengst, 6 Trakehner Zuchtstuten und 35 Trakehner Pferde in Aufzucht. Zum heutigen Einsatzgebiet des Gestüts Hörstein gehört unter anderem die Bedeckung von jährlich ca. 250 Stuten, Pensionspferdehaltung von Reitpferden und Zuchtstuten, Aufzucht von Fohlen, Vorbereitung zur Körung und Stutenleistungsprüfung, sachgemäßes Einreiten junger Pferde und der Verkauf von solide ausgebildeten Reitpferden.

Doch das Gestüt Hörstein war nicht immer ein reines Trakehner Gestüt. Die ersten zehn Pferde auf dem Gestüt waren, man glaubt es kaum, Lipizzaner... Eine kleine Hannoveraner Zucht folgte. Durch einen Zufall bekam Adam Dreßler den Anstoß edle Trakehner zu züchten. Völlig in den Bann dieser außergewöhnlichen Pferde gezogen, fasste er den Entschluss aus dem elterlichen Hof, eine der erfolgreichsten Trakehner Zuchtstätten zu machen.

Der erste Hörsteiner Deckhengst war Mikado v. Impuls a.d. Mirabell v. Maigraf. Es folgte der spätere Stempelhengst "Herbststurm v. Komet a.d. Herbstgold v. Totilas" und nicht zuletzt "Habicht", der in der Military bis in die schweren Klassen erfolgreich unterwegs war. Das Gestüt wuchs immer weiter und Adam Dreßler schien sich endlich seinen Jugendtraum erfüllt zu haben bis er plötzlich und unerwartet im Jahre 1977 verstarb. Doch durch seine exzellente Arbeit für das Gestüt, konnte die Zucht unter der Leitung von Tochter Christa und ihrem Ehemann Wolfgang Diehm weitergeführt werden.

Mit dem Wandel der Reitsportszene vollzog sich die Verbreitung der Zuchtgrundlage auf Gestüt Hörstein. Denn schon damals galt der Grundsatz, dass nur durch eine gezielte Auswahl geeigneter Stuten und Hengste ein erfolgreicher Zuchtfortschritt möglich ist.

Eine neue Ära brach an und mit ihr kam immer mehr der Wunsch nach Pferden, die sportlich mit der internationalen Konkurrenz mithalten konnten.

Durch die Hengste Konvoi oder Grand Prix etablierte sich das Gestüt auch in der Vielseitigkeitsszene. Nicht zuletzt verdankt das Gestüt seinen Erfolgt dem unter Ingrid Klimke gehendem Weltklasse-Hengst Windfall v. Habicht. Zu seinen größten Erfolgen zählten unter anderem:

1997 Vizechampion des Bundeschampionates des deutschen Geländepferdes in Warendorf

1998 Bundeschampion des deutschen Geländepferdes in Warendorf

1999 1. Platz CIC** Wiesbaden, 1. Platz CIC*** Marbach-Lauter, 1. Platz CIC** Bonn-Rodderberg, deutsche Meisterschaft der Vielseitigkeitsreiter, 1. Platz CIC*** Cavertitz, EM-Sichtung, 1.Platz Berufsreiterchampionat, Trakehner des Jahres

2000 Pferd des Jahres, Reiter-Revue

Im Jahre 2000 wurde Windfall in die USA verkauft.

Aber nicht nur Windfall schaffte den Sprung an die Spitze der Vielseitigkeit. Grand Prix ist ein etwas herber Sportsmann, der jedoch eine Vorbildfunktion inne hat hinsichtlich Zuverlässigkeit, Nervenstärke und Leistungsbereitschaft, die er über viele Jahre mit Erfolgen im Dressur- und Springsport bis einschließlich Klasse M und in internationalen Militarys der schweren Klasse mit Ingrid Klimke unter Beweis stellte.

Mit weiteren Hengsten wie Beg xx, Cadeau, Couracius, Lafayette, Lehndorff´s, Sixtus und Sky Walker kamen weitere excellente Vererber nach Hörstein und es bleibt zu hoffen, dass dieses tolle Gestüt seiner jetzigen Linie treu bleibt.


Gestüt Hörstein


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